Super-duper Wunderbrot!

Von diesem Brot hatte ich schon viel gehört. Lebensverändernd gut, soll es sein. Eine Offenbarung. Kräftigend für Leistungssportler. Einfach lecker für alle. Quasi ganz nebenbei auch glutenfrei. Das musste ich ausprobieren!

Ich nehme es einfach vorweg: Es stimmt. Sie haben alle recht.

Ansätze gibt es viele, die Food-Bloggerin Sarah Britton war eine der ersten in der Bloggerszene, die die Power dieses Brotes entdeckt und ins World Wide Web gebracht hat. Woher das allererste Ursprungsrezept jedoch kommt, wer weiß es schon. Die Rede ist im Web auch viel von einem Pastor aus Norwegen, der das Brot als Energiequelle für Leistungssportler entwickelt hat. Wie bereits Pastor Graham sind Pastoren in der Geschichte durchaus dafür bekannt, verdammt gute Brotrezepte erfunden zu haben. Mittlerweile gibt es sogar die Möglichkeit, Backmischungen zu kaufen, in denen die benötigten Zutaten schon alle drin sind und nur noch Wasser hinzugefügt werden muss.

Wer komplett selber backt, hat den entscheidenen Vorteil, dass er selbst über die Gewichtung der Bestandteile – im Wesentlichen sind es in der Basis immer Hafer, Körner, Chia-Samen und Flohsamenschalen – entscheiden kann. Im Gegensatz zum Paleo-Brot, das ich in den letzten Jahren immer gerne gebacken habe, ist das Rezept ohne Ei. Es gelingt also auch vegan.

Die LowCarb-Version

Um meine persönliche LowCarb-Version des Brotes auszuprobieren, habe ich den Anteil an Hafer reduziert, auf Honig oder Ahornsirup verzichtet und den Anteil von Chia-Samen und Flohsamenschalen leicht erhöht. Und es klappt! Sogar in 3 verschiedenen Versionen – ihr könnt also eurer Fantasie freien Lauf lassen, was ihr als Add-ons in euer persönliches Lieblingsbrot hineinbacken möchtet. Ich zeige euch jetzt meine drei Favoriten.

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Warum ich nicht auf Hafer verzichtet habe?

Weil LowCarb nicht gleichbedeutend ist mit NoCarb. Und: Auch wenn Hafer nicht Teil meiner geliebten Paleo-Ernährung ist, freue ich mich, eine Alternative zum Paleo-Brot gefunden zu haben, wenn ich meinen Ei-Konsum reduzieren möchte und die Handvoll Mandeln, die pro Tag nicht überschritten werden sollte, bereits gegessen habe.

Wenn Getreide, dann Hafer. Es ist nährstoffreich, sättigend, hat gute Bindungseigenschaften, die ein Brot unbedingt braucht und ist, yippieh yay yay, von Natur aus glutenfrei – muss aber tatsächlich auch als glutenfrei zertifiziert werden, da es auf Feldern und in Mühlen zu erheblichen Kontaminationen kommen kann. Zum Glück gibt es mittlerweile ein breites Angebot an glutenfreiem Hafer aus entsprechend kontrollierter Produktion.

Zutaten für 1 Brot

Basis

  • Sonnenblumenkerne, 150 g
  • Kürbiskerne, 150 g
  • Leinsamen, 50 g
  • Geschrotete Leinsamen, 50 g
  • glutenfreie Haferflocken, 100 g
  • Sonnenblumenkernmehl, 1 gehäufter EL
  • Chiasamen, 3 gestrichene EL
  • Flohsamenschalenpulver, 4 gestrichene TL
  • Meersalz, 1/2 TL
  • mildes Olivenöl oder Avocadoöl, 1 EL

Add-ons

  • 30 g Haselnüsse, ganz
  • 20 g Oliven und 2 TL Oregano
  • 20 g Sesam

Zubereitung:

Vermengt alle Basis-Zutaten mit 500 ml kaltem Wasser. Lasst euren Teig mindestens 3 Stunden, am besten aber über Nacht, im Kühlschrank ruhen.

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Fettet eine Backform ein. Teilt den Teig in drei Teile und rührt eure Add-ons unter. Nun füllt ihr nacheinander die verschiedenen Teigversionen nebeneinander in ein und die selbe Backform. Dann habt ihr auf einen Schlag gleich drei verschiedene Geschmackserlebnisse in nur einem Brot.

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(Tipp: Wenn es schnell gehen soll, gelingt das Rezept auch mit heißem Wasser aus dem Wasserkocher und 20 Minuten Ziehzeit. Dann wird das Ergebnis allerdings deutlich weicher und verliert seinen saftig-körnigen Charakter.)

Traditionell wird das Brot in Norwegen übrigens eher wie ein großer Fladen auf dem Backblech ausgestrichen. Das habe ich parallel auch gleich ausgetestet: Zwackt einfach zwei Handvoll vom Teig ab und streicht es entweder gleichmäßig auf dem mit Backpapier ausgelegten Backblech aus oder formt kleine Faden daraus. Beides gelingt, selbst wenn ihr parallel, so wie ich, auch das Brot in der Backform auf dem Blech im Ofen backt. Wunderbar unkompliziert, also.

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Stellt die Backform (und ggf. eure Mini-Fladen) in den noch kalten Ofen. Stellt den Ofen anschließend auf 200 Grad Ober- und Unterhitze ein und backt euer Brot 80 Minuten. Nehmt das Brot direkt nach dem Backen aus der Form und lasst es – ebenso wie die Fladen – auf einem Gitterrost auskühlen.

Das Wunderbrot schmeckt fantastisch mit jeder Art Belag – oder einfach ganz pur mit Butter oder pflanzlicher Butteralternative.

Das Brot ist saftig, schmeckt ohne Toasten oder Aufbacken auch direkt aus dem Kühlschrank (damit ist es jedem glutenfreien Brot, das ich kenne, um Längen voraus) und hält sich kühl gelagert mehrere Tage. Vorausgesetzt, ihr habt es nicht schon vorher aufgegessen.

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